Botschaft des Königreichs der Niederlande in Berlin, Deutschland

Kapitel 6 bis 10

Wie ihre beiden älteren Schwestern Less und Albertine (Kapitel 8 bzw. 9) war Henriette (1637-1708) nach ihrer Eheschließung im Jahr 1659 außerordentlich geschäftig. Ihre neue Heimat Anhalt, das Fürstentum ihres Mannes, war nach dem verheerenden Dreißigjährigen Krieg verarmt und ruiniert.

Das calvinistische und gebildete Heidelberg spielte nicht nur im Leben von Luise (Kapitel 4) und Emilia (»Amélie«) von Oranien (Kapitel 6) eine wichtige Rolle, auch Amalie von Solms wohnte hier. Ihr Vater, Johann Albrecht Graf zu Solms-Braunfels (1563–1623), stand als Großhofmeister in Diensten von Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz, und so wuchs die 1602 geborene Amalie hier auf. Nichts ließ erahnen, dass sie später mit Glanz und Gloria am Oranierhof in Den Haag herrschen sollte.

Albertine (1634–1696) und ihre Schwestern hatten bei der Auswahl ihrer Ehepartner wenig zu sagen. Ihre ehrsüchtige Mutter Amalie erkor Schwiegersöhne aus, die ihr in Hinsicht auf Status, Prestige, Glauben (natürlich protestantisch) und Vermögen interessant erschienen. Graf Wilhelm Friedrich von Nassau-Diez (1613-1664) war zwar ein Großcousin, sein Rang war aber dem der ruhmreichen Oranier nicht ebenbürtig.

Geldsorgen und Familienzwistigkeiten prägten das Leben von Emilia Antwerpiana (1581–1657), der sechsten und jüngsten Tochter Prinz Wilhelms I. von Oranien und Charlottes von Bourbon.

Endlich: Der Westfälische Frieden beendete 1648 den verheerenden Dreißigjährigen (für die Niederlande Achtzigjährigen) Krieg. Die Lage in Deutschland war zum Erbarmen, das Land verwüstet, die Bevölkerung fast halbiert (von 17 Mio. auf 10 Mio.), die Wirtschaft lag darnieder, es herrschten Pocken, Pest und Hungersnot.